FIFA Street 3 – Bestimme das Gesetz der Straße

Eins vorweg. Wer die FIFA Street-Serie nicht kennen sollte und auf der Such nach einer  Fußballsimulation ist, der bräuchte eigentlich gar nicht weiterlesen. Aber jeder, der sich an Kabinettsstücken und spektakulären Toren der weltbesten Rundballtreter nicht satt sehen kann, der sollte unbedingt diesem Streifzug über die Bolzplätze dieser Welt beiwohnen.

Entscheidend ist bekanntlich auf dem Platz, wie Addi Preißler, Dortmunder Fußballlegende, einmal sagte. Doch bevor es auf den selbigen geht steht der Gang durch die Menüs an. Dieser führt leider nicht wie bei früheren EA Sports-Titeln über ein gut geschnittenes, mit fetziger Musik unterlegtes Introvideo – was habe ich diese geliebt. Und soviel sei schon mal verraten, auf dem Platz hat FIFA Street 3 sicherlich keine Probleme. Diese liegen, wenn überhaupt, in den übersichtlichen, besser gesagt überschaubaren Menüs. Denn die Übersichtlichkeit wurde durch eine überschaubare Anzahl an Spielmodi ermöglicht. Da wäre das obligatorische schnelle Match (hier: „Jetzt Spielen“), bei dem ihr einfach zwei Teams und einen passenden Schauplatz für euer Match wählt. Spielen könnt ihr an einer Konsole mit bis zu sieben Spielern. Damit könntet ihr fast alle Feldspieler eines Matches – die Begegnungen werden mit vier gegen vier Feldspielern plus den beiden Torhütern ausgetragen – durch euch und eure Freunde steuern lassen. Kommen wir an diesem Punkt zu den zur Verfügung stehenden Teams. Es stehen euch 18 Nationalmannschaften und mehrere Street-Teams zur Auswahl. In Letzteren sind einige der 250 im Spiel vorhandenen Kicker nach bestimmten Kriterien zusammengefasst. So gibt es zum Beispiel das Team der Spieler deren Nachname mit einem ‘R’ anfängt (z.B. Ribery und Ronaldino) und das Team der ‘Champions’ (u.a. mit Ruuuuuudi Völler). Doch stehen euch zu Beginn des Spieles bei weitem nicht alle Street-Teams zur Verfügung, im Gegensatz zu den Nationalteams. Vielmehr müsst ihr diese nach und nach in der FIFA Street Challenge frei spielen, womit wir zu den weiteren Spielmodi in FIFA Street 3 kommen.

Bei der FIFA Street Challenge tretet ihr in neun Herausforderungen gegen die KI an. Vor jeder Herausforderung entscheidet ihr euch für ein Street-Team. Dieses müsst ihr dann in einer variierenden Anzahl von Matches zum Sieg führen, wobei sich die Bedingungen für einen Sieg von Match zu Match unterscheiden. So heißt es zum Beispiel schieße die meisten Tore in der vorgegebenen Zeit, oder erziele die meisten Tore per Kopf oder Volley in fünf Minuten. Mit jeder bestandenen Challenge schaltet ihr ein weiteres Street-Team frei. Die anderen beiden Spielmodi sind ‘Duell’ und ‘Bolzplatzwahl’. Im ‘Duell’ könnt ihr euch in einer Best-of-Serie mit einem Freund messen. Bei der ‘Bolzplatzwahl’ kommen alte Erinnerungen an die Schulzeit auf. So wählt ihr abwechselnd die Spieler für euer Team aus. Hierbei könnt ihr jedoch leider nicht aus allen 250 Spielen wählen, sondern müsst euch auf ein von euch ausgesuchtes Team, egal ob Nationalmannschaft oder Street-Team, beschränken. Schade. Ich würde mir gerne meine Dream-Team zusammen wählen. Und das war es auch schon. Zusätzlich könnt ihr nur noch im Trainings-Modus ein wenig das Kicken üben. Aber dies ist kaum nötig, da die Steuerung wirklich leicht von der Hand geht. Schon nach wenigen Spielminuten werdet ihr euch trickreich über den Platz bewegen. Eure Spieler steuert ihr wie üblich mit dem linken Analog-Stick. Mit dem rechten Analog-Stick führt ihr diverse Tricks aus. Zu diesen gehört auch das Jonglieren des Balls, dass ihr mit der Dreieck-Taste ausführt. Weiter Möglichkeiten den Ball über den Platz zu bewegen sind natürlich noch passen (flach und hoch) und schießen. Das war es an Steuerungsmöglichkeiten auch schon. Angenehm einfach und schnell zu erlernen.

Mit euren offline erworbenen Skills könnt ich euch dann natürlich auch in Online-Partien wagen. Hier stehen euch auch die Modi ‘Schnelles Spiel’ und ‘Bolzplatzwahl’ zur Verfügung. Die Würze bekommt das ‘Schnelle Spiel’ durch die Weltrangliste. Durch gewonnene Partien gewinnt ihr Skill-Points. Überschreitet ihr eine bestimmte Anzahl an Skill-Poinst steigt ihr einen Skill-Level auf. Die Skill-Points könnt ihr, im Gegensatz zu eurem Skill-Level, durch Niederlagen auch wieder verlieren. Als weiteren Online-Modus gibt es die ‘World Challenge’. Bei dieser tretet ihr für eine der Nationalmannschaften an. Dies jedoch nicht zwangsweise mit dem ausgewählten Nationalteam selbst, sondern ihr könnt zwischen allen Verfügbaren Teams wählen. Gewertet wird euer Erfolg oder Nichterfolg dann in einer Rangliste für die zu Beginn gewählte Nation. Wie ich finde nicht sehr gelungen, da so keine wirkliche Identifikation mit eurer gewählten Nation entstehen will.

Grafisch ist beim ersten Auftritt der Kicker auf den Next-Gen-Konsolen erwartungsgemäß kein Pixel auf dem anderen geblieben. Ihr geht jedoch nicht mit fotorealistischen Abbildern eurer Lieblingskicker auf die Jagd nach dem runden Leder, sondern werdet euch in einer Spiel gewordenen Comicausgabe der beliebtesten Sportart der Welt wiederfinden. So sind die charakteristischen Äußerlichkeiten der dargestellten Kicker absolut übertrieben dargestellt. Der Soundtrack besticht durch lässige, groovige Beats. Die Kickerstars rufen sich in ihrere jeweiligen Sprache Kommentare zu. Sehr atmosphärisch.

Also ich bin wirklich ein Fußballmuffel, zumindest was die digitale Variante des Spiels angeht, doch FIFA Street 3 hat mich von Anfang an begeistert. Leider ist der Offline-Betrieb nicht sehr lange motivierend, zumindest wenn man alleine vor der Konsole sitzt. Aber die Online-Funktion lädt immer wieder zu einer Partie zwischendurch ein.

Bewertung:

Grafik    7/10

Sound    7/10

Gameplay   7/10

Langzeit Motivation  5/10
    
Gesamt   7/10

Review von GhostDog