Sega Rally Review

Sega lädt erneut ins Fahrercockpit ein – kann der Arcade-Klassiker auch im neuen HD Gewandt überzeugen?

Sega Rally – ein Name, der bei Arcade-Liebhabern, Spielhallen-Veteranen und Geschwindigkeits-Freaks gleichermaßen ein wohlig warmes Gefühl in der Bauchgegend entstehen lässt. Umso gespannter blicken wir auf den neusten Teil der Serie, der seinen Weg auf die Next-Gen Konsolen gefunden hat und uns in frischer HD Montur entgegenstrahlt. Kann uns das Debüt des Entwicklerteams aus dem neu gegründeten Sega Racing Studio überzeugen und dem Arcade-Klassiker neues Leben einhauchen?

Die Präsentation

Das Problem der ersten beiden Rally Teile war allgemein bekannt ihr Umfang, denn wenn auch gut waren sie leider viel zu schnell vorbei. Im neusten Titel ist der Karriere-Modus zwar wesentlich umfangreicher, trotzdem tritt auch hier nach einiger Zeit das Gefühl auf „Das hab ich doch schon mal gesehen“. Sega Rally bietet 5 unterschiedliche Szenarien mit jeweils 3 Rennstrecken, die alle wunderbar abwechslungsreich und mit liebe zum Detail gestaltet wurden. So finden sich auf den Safari Strecken Elefanten und tolle Steppen-Landschaften, in den Canyons kann man durch tiefe Schluchten und enge Kurven heizen, in tropischen Gebieten an Stränden und Urwald vorbeiziehen, in den Bergen die saftigen Wiesen und verschneiten Gipfel genießen und in arktischen Gefilden über Eis und Schnee rutschen.

Doch obwohl alle 5 Szenarien so abwechslungsreich gestaltet wurden sieht man sich relativ schnell an ihnen satt und die Strecken beginnen sich früher oder später zu wiederholen. Auch die Möglichkeit die allbekannten Strecken rückwärts zu fahren macht die Sache nicht interessanter. Zudem haben uns die unsichtbaren Wände nicht gefallen, die ein Abkürzen über eine Wiese oder ähnliches strickt verhindern. Ja gut, das ist schließlich ein Arcade-Game und keine Renn-Simulation werdet ihr jetzt sagen, trotzdem nagt es ein wenig an der Glaubwürdigkeit wenn man aus voller Fahrt von einem Maschendrahtzaun zum stehen gebracht wird.

Positiv aufgefallen sind uns die schönen und realistisch aussehen Matsch- und Partikeleffekte, die einen auf jeder Strecke begleiten, sowie die Autos selbst, die ebenfalls klasse aussehen. Der aufgewirbelte Dreck bleibt dann auch überall wunderbar am Auto kleben, auch wenn die Motorhaube auf mystische Art und Weise immer sauber bleibt. Im Blick in den Rückspiegel muss man leider auf Partikel-, Spureffekte oder ähnliches verzichten, dafür kann man allerdings seine Gegner genau im Auge behalten.

Im Bezug auf realistisch deformierbare Oberflächen und Fahrzeugveränderung liegt dann aber letztendlich doch Konkurrent Motorstorm vorne, auch da es in Sega Rally kein Schadensmodell gibt.
Trotz der leichten Pop-Ups und Fade-Ins am Straßenrand kommt ein tolles Geschwindigkeitsgefühl auf und die eingängige Steuerung lässt einen jede Fahrt genießen. Der Soundtrack im neusten Sega Rally Titel ist besser als in seinen Vorgängern, wen auch immer noch nichts wirklich Überragendes.
Alles in allem liefert Segas Schlammschlacht aber ein stimmiges Gesamtbild in Sachen Präsentation ab.

Das Gameplay

Sega Rally präsentiert sich als typischer Arcade-Racer und lässt sich trotz kleinerer Physik-Einlagen wie deformierbare Oberflächen oder Partikeleffekt nicht als Simulation bezeichnen. So kommen auch Anfänger schnell mit der eingängigen Steuerung klar, die am Anfang vielleicht ein wenig sensibel wirkt aber schnell in Fleisch und Blut übergeht.

Die Bremse ist in Sega Rally eher ein nettes Zubehör, denn die Strecken und langen Geraden laden gerade zu zum heizen ein. Spurrillen und unterschiedliche Oberflächen verändern das Fahrgefühl von Runde zu Runde und so kommt keine Langweile auf.

Ob mal eben ein kurzes Rennen oder Zeitrennen, beide Varianten sind nett aber eher etwas für Zwischendurch den der interessante Teil an Sega Rally ist in der Tat der Karriere-Modus, der überraschend gelungen scheint und trotz sich wiederholender Pisten für lange Unterhaltung sorgt. So kann man durch Siege Punkte verdienen, die in neuen Fahrzeugen oder Lackierungen, sowie in neuen Schwierigkeitsgraden resultieren. Auch Klassiker wie der Audi Quattro A2 oder der Peugeot 405 lassen sich so freischalten. Leider gibt es keinerlei Info über das Fahrverhalten des jeweiligen Autos vor Spielbeginn und so geht probieren über studieren, auch wenn sich in den meisten Fällen kaum ein Unterschied im Fahrverhalten feststellen lässt. Ein wenig ärgerlich ist die Tatsache, dass man im Karrieremodus ein Rennen nicht mal eben abbrechen kann bzw. neu starten. Man ist stattdessen gezwungen seine Rennserie durchzuziehen oder komplett von vorne zu beginnen was besonders dann ärgerlich ist, wenn man nur 1 Rennen verloren hat und deshalb alle anderen auch noch einmal wiederholen muss.

Fahrzeug-Tuning oder Setup spielen in Sega Rally keine sonderlich große Rolle, ihr habt lediglich die Wahl, ob ihr automatisch schalten lassen wollt oder nicht und ob ihr mit Offroad- oder Straßenreifen ins Rennen starten wollt.

Schließlich könnt ihr euch im Split-Screen-Modus mit einem Freund zu Hause messen oder euch online dem Rest der Welt stellen. Sega Rally macht auf jeden Fall Lust auf mehr.

Fazit

Sega Rally – der Name steht für Arcade-Racing in seiner reinsten Form. Auch mit dem neusten Titel der Serie hat Sega wieder einmal bewiesen, dass sie sich mit der Materie auskennen. Keine ausgeklügelte Physik-Engine, kein Schadensmodell kein Schnickschnack der einem vom Wesentlich abhält – dem Fahrvergnügen und dem Gefühl als Fahrer über die Strecken zu heizen. Trotz kleinerer Abstriche in der B-Note sollte Sega Rally in keinem gut sortieren Arcade-Racing-Haushalt fehlen.

Bewertung

Grafik: 8/10

Sound: 6/10

Gameplay: 8/10

Langzeit Motivation: 8/10

Gesamt: 7/10

Vielen Dank an Sega für die Bereitstellung des Presseexemplares!

Review von Sandy Friess.